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Digitale Ortsnetzstation: Messung und Transparenz
Die digitale Ortsnetzstation entwickelt sich vom klassischen Netzknoten zum zentralen Mess-, Informations- und Steuerungspunkt im Verteilnetz. Für Schweizer Netzbetreiber wird sie besonders relevant, wenn dezentrale Einspeisung, Elektromobilität, Wärmepumpen, Batteriespeicher und dynamische Lastflüsse die Mittel- und Niederspannungsnetze stärker beanspruchen.
Im technischen Kern geht es um durchgängige Transparenz über mehrere Netzebenen hinweg: Erdschluss- und Kurzschlussortung, Power-Quality-Messung, Abgangsstrommessung mit I-Sense, IT-Security und zentrale Datenauswertung. Die digitale Ortsnetzstation liefert damit reale Messdaten für Netzbetrieb, Planung, Störungsanalyse und Netzzustandsbewertung.
Statt Netzsituationen ausschliesslich aus Modellen, Prognosen oder punktuellen Messungen abzuleiten, können Netzbetreiber Messwerte direkt aus der Ortsnetzstation nutzen. Das verbessert die Grundlage für Schalthandlungen, Instandhaltungsentscheidungen, Netzausbauplanung und die Integration dezentraler Erzeuger sowie flexibler Verbraucher.
Key Takeaways
- Netztransparenz - Die digitale Ortsnetzstation macht relevante Netzgrössen auf Mittel- und Niederspannungsebene sichtbar.
- Fehlerlokalisierung - Systeme wie EOR-1DS und EOR-3DS unterstützen die Erdschluss- und Kurzschlussortung.
- Niederspannungsabgänge - Mit I-Sense lassen sich Abgangsströme in der Ortsnetzstation einfach, wirtschaftlich und skalierbar erfassen.
- Zentrale Auswertung - WebPQ® unterstützt Visualisierung, Reporting, Alarmierung und sichere Datenbereitstellung.
Vom Netzknoten zum Mess- und Informationspunkt
Ortsnetzstationen waren lange vor allem technische Übergabepunkte zwischen Mittelspannung und Niederspannung. Durch die Energiewende verändert sich diese Rolle. An genau dieser Stelle werden Lastflüsse gebündelt, Rückspeisungen sichtbar und Störungen netzpunktnah erkennbar.
Die digitale Ortsnetzstation nutzt diesen Standortvorteil. Sie erfasst Messwerte dort, wo sie für den Verteilnetzbetrieb besonders aussagekräftig sind. Dadurch entsteht ein zentraler Datenpunkt für Netztransparenz, Zustandsbewertung und zukünftige Automatisierungsfunktionen.
Besonders wertvoll ist die Kombination mehrerer Aufgaben: Erdschluss- und Kurzschlussortung auf der Mittelspannungsseite, Power-Quality-Bewertung, Abgangsmessung auf der Niederspannungsseite sowie sichere Kommunikation zur Leitstelle oder zu zentralen Datenplattformen.

Drei Ebenen der digitalen Ortsnetzstation
Eine digitale Ortsnetzstation schafft Transparenz, indem Messdaten aus Mittelspannung, Niederspannung und zentraler Datenverarbeitung zusammengeführt werden. Erst durch diese Verbindung entsteht ein vollständiges Bild über Störungen, Lastflüsse, Netzqualität und den aktuellen Zustand des lokalen Netzknotens.
1. Mittelspannung überwachen
Auf der Mittelspannungsseite stehen Fehlererkennung und Netzqualität im Mittelpunkt. Erdschluss- und Kurzschlussereignisse können schneller lokalisiert werden, während Power-Quality-Daten Hinweise auf Spannungsereignisse, Oberschwingungen oder Flicker liefern.
- Erdschluss- und Kurzschlussortung
- Schaltzustände und Stationsinformationen
- Bewertung der Spannungsqualität
- Daten für Leitstelle und Netzführung
2. Niederspannung sichtbar machen
Auf der Niederspannungsseite werden die einzelnen Abgänge der Ortsnetzstation transparent. Dadurch erkennen Netzbetreiber, welche Stränge stark belastet sind, wo Rückspeisungen auftreten und wie sich flexible Verbraucher wie Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen oder Speicher auf das Netzverhalten auswirken.
- Auslastung einzelner Abgänge
- Lastflüsse und Rückspeisungen
- Unsymmetrien und dynamische Lastwechsel
- Messdaten für Netzzustandsbewertung, Netzplanung und Betrieb
3. Messdaten zentral auswerten
Die Datenebene macht die erfassten Messwerte für Betrieb, Analyse und Integration nutzbar. Messdaten werden visualisiert, bewertet, dokumentiert und sicher an übergeordnete Systeme wie Leitstellen, SCADA- oder Netzzustandssysteme übergeben.
- Zentrale Analyse und Visualisierung
- Reporting und Alarmierung
- Sichere Schnittstellen
- IT-Security, Rollenrechte und Audit Logs
Mittelspannung: Fehler lokalisieren und Netzqualität bewerten

Eine durchgängige Transparenz auf der Mittelspannungsebene bildet die Grundlage für eine effiziente Netzüberwachung und schnelle Fehlerlokalisierung. In der digitalen Ortsnetzstation stehen hier insbesondere Erdschlussortung, Kurzschlussortung, Schaltzustände und die Analyse der Netzqualität im Fokus.
Fault Passage Indicators wie EOR-1DS und EOR-3DS ermöglichen eine zuverlässige Erkennung und Lokalisierung von Erdschluss- und Kurzschlussereignissen in Mittelspannungsnetzen. In Verbindung mit geeigneter Sensorik können Ströme, Spannungen, Leistungen und Fehlerereignisse erfasst werden.
Zusätzlich lassen sich Informationen wie die Position des Lasttrennschalters oder des Abgangserders bereitstellen. Diese Daten können an Netzleitstellen oder übergeordnete Systeme weitergegeben werden, damit Fehler schneller eingegrenzt und Schalthandlungen gezielter vorbereitet werden können.
Fehlerortung in der Mittelspannung: EOR-1DS und EOR-3DS

EOR-1DS
Das EOR-1DS eignet sich für kompakte Ortsnetzstationen, wenn eine kombinierte Kurzschluss- und Erdschlussanzeige mit wirtschaftlicher Fehlerortung benötigt wird.
EOR-3DS
Das EOR-3DS ist auf digitale Ortsnetzstationen und moderne Kleinsignalsensorik ausgelegt. Es verbindet Fehlerortung mit Messwertbereitstellung und digitaler Systemintegration.
Power Quality als zusätzlicher Transparenzbaustein
Parallel zur Fehlerortung gewinnt die kontinuierliche Überwachung der Spannungsqualität an Bedeutung. Power-Quality-Messsysteme liefern Informationen über Spannungsqualität, Oberschwingungen, Flicker, THD und kurzzeitige Spannungsereignisse. Gerade bei wachsender Einspeisung aus Photovoltaik- und Windanlagen ist diese Transparenz entscheidend, um Netzprobleme frühzeitig zu erkennen.
Für eine belastbare Bewertung müssen Messwerte normorientiert ausgewertet werden. Eine Grenzwertbewertung nach EN 50160 unterstützt Netzbetreiber dabei, Spannungsqualitätsparameter nachvollziehbar zu dokumentieren und technische Abweichungen einzuordnen.

Vorstellung: EORSys & PQSys
Ortsnetzstationen zukunftsfähig digitalisieren und überwachen
Niederspannung: Abgänge messen und Netztransparenz schaffen
Ergänzend zur Mittelspannung wird auch die Niederspannungsebene systematisch in Mess- und Überwachungskonzepte integriert. In Schweizer Verteilnetzen entstehen neue Anforderungen durch Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen, Batteriespeicher und zunehmend dynamische Lastflüsse.
Für Netzbetreiber entsteht dadurch die Notwendigkeit, die Ströme in den einzelnen Abgängen einer Ortsnetzstation transparenter zu erfassen. Nur mit einer ausreichenden Datengrundlage lassen sich Auslastung, Rückspeisung, Unsymmetrien und langfristige Lastentwicklungen zuverlässig bewerten.
Messkonzept für die Niederspannung
Eine geeignete technische Lösung besteht aus fest installierter Messtechnik und skalierbarer Abgangsstrommessung. Das PQI-LV kann Messdaten auf der Niederspannungsebene erfassen und verarbeiten. Mit I-Sense lassen sich zusätzliche Strommessungen in einzelnen Abgängen realisieren, zum Beispiel zur Bewertung von Auslastung, Lasttrends und Rückspeisungen.
I-Sense ist dabei als Abgangsstrommessung für Ortsnetzstationen zu verstehen. Die Lösung unterstützt Netztransparenz und Betriebsentscheidungen, ersetzt jedoch keine vollständige normative Bewertung der Spannungsqualität. Eine normorientierte Power-Quality-Bewertung erfolgt über das jeweilige Messsystem und die passende Auswertesoftware.
- Strommessung einzelner Niederspannungsabgänge
- Lastflüsse und Rückspeisungen aus Photovoltaikanlagen
- Lasttrends durch Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und Speicher
- Messdaten für Netzzustandsbewertung, Netzplanung und Betrieb

Neuanlagen
In neu errichteten digitalen Ortsnetzstationen kann die Messlösung direkt in die Stationsplanung integriert werden. Abgänge, Sensorik, Kommunikation und Datenbereitstellung werden von Beginn an zusammen gedacht.
Bestandsanlagen
In bestehenden Stationen ermöglicht ein Retrofit-Konzept mit I-Sense die Nachrüstung zusätzlicher Abgangsstrommessungen, ohne die Station vollständig neu aufzubauen.
Rollout
Ein einheitliches Messkonzept für Neu- und Bestandsanlagen vereinfacht Rollout, Betrieb, Datenintegration und spätere Auswertung über viele Ortsnetzstationen hinweg.
Daten, IT-Security und zentrale Auswertung
Aus Messwerten werden nutzbare Informationen für Betrieb, Planung und Analyse
Mit der zunehmenden Digitalisierung der Netzinfrastruktur wächst die Bedeutung von IT-Sicherheit, Datenintegrität und kontrollierter Systemintegration. Mess- und Kommunikationssysteme müssen präzise Daten liefern und diese gleichzeitig sicher übertragen, verwalten und für verschiedene Nutzergruppen bereitstellen.
WebPQ® kommt als zentrale Plattform zur Analyse und Visualisierung von Messdaten aus fest installierten Power-Quality-Monitoring-Geräten und Störschreibern zum Einsatz. Die Software unterstützt strukturierte Auswertung, Reporting, Trendanalyse, Alarmierung, Dashboards und die Bereitstellung von Messdaten für übergeordnete Systeme.
Sichere Zugriffe
- Zentrale Benutzerverwaltung, User Rights Management, Role Based Access Control und Audit Logs sorgen dafür, dass Zugriffe, Rollen und Änderungen im System nachvollziehbar verwaltet werden können.
Sichere Kommunikation
- Verschlüsselte Kommunikation über HTTPS, eigenes Zertifikatsmanagement und Security-by-Design unterstützen die geschützte Übertragung und Verarbeitung sensibler Messdaten.
Systemintegration
- LDAP-Anbindung, offene REST-API sowie Schnittstellen zu Leitstellen-, SCADA-, Monitoring- und Netzzustandssystemen ermöglichen eine kontrollierte Einbindung in bestehende IT- und Netzführungsstrukturen.
Diese Funktionen sind besonders wichtig, wenn Messdaten aus vielen digitalen Ortsnetzstationen in Leitstellen-, SCADA-, Monitoring- oder Netzzustandssysteme eingebunden werden. Je stärker die Station in operative Prozesse integriert wird, desto wichtiger werden nachvollziehbare Zugriffe, klare Rollenmodelle und sichere Schnittstellen.
Technische Bausteine der digitalen Ortsnetzstation
Eine digitale Ortsnetzstation ist keine Einzellösung, sondern ein abgestimmtes System aus Sensorik, Messgerät, Fehlerortung, Kommunikation, Datenspeicherung und Auswertung. Die folgende Übersicht zeigt typische Bausteine und ihren technischen Nutzen.
| Netzebene | Aufgabe | Relevante Lösung | Technischer Nutzen |
|---|---|---|---|
| Mittelspannung | Erdschluss- und Kurzschlussortung | EOR-1DS, EOR-3DS | Fehler schneller lokalisieren, Ereignisse dokumentieren und Netztransparenz erhöhen |
| Mittelspannung | Power-Quality-Überwachung | Power-Quality-Messsysteme von A. Eberle | Spannungsqualität, Oberschwingungen, Flicker, THD und kurzzeitige Ereignisse bewerten |
| Niederspannung | Abgangsstrommessung und Netztransparenz | PQI-LV mit I-Sense | Abgangsströme, Lasttrends, Rückspeisungen und Auslastung einzelner Abgänge erfassen |
| Stationsübergreifend | Zentrale Analyse und Reporting | WebPQ® | Messdaten visualisieren, Reports erstellen, Trends analysieren und Daten sicher bereitstellen |
| IT und Leittechnik | Sichere Integration | WebPQ®, offene Schnittstellen, Rollen- und Rechtekonzepte | Daten kontrolliert in bestehende IT-, SCADA- und Monitoring-Strukturen einbinden |
Passende Systemkomponenten von A. Eberle
PQI-LV
Klasse-A-Netzanalysegerät und Störschreiber für die Niederspannung. Geeignet für kontinuierliches Monitoring, Power Quality, Ereigniserfassung und die Einbindung zusätzlicher Abgangsstrommessungen in Ortsnetzstationen.
I-Sense
Abgangsstrommessung für Niederspannungsabgänge in Ortsnetzstationen. Besonders relevant für Retrofit-Konzepte, Lasttrendanalyse und zusätzliche Transparenz in Schweizer Verteilnetzen.
WebPQ®
Zentrale Analysesoftware für Power-Quality-Messdaten, Reports, Dashboards, Trendanalysen, Alarmierungen und die Weitergabe von Daten an übergeordnete Systeme.

I-Sense
Abgangsstrommessung für digitale Ortsnetzstationen
I-Sense ermöglicht die einfache, wirtschaftliche und skalierbare Strommessung einzelner Abgänge in der Ortsnetzstation. Die Messdaten unterstützen Netzbetreiber dabei, Lasttrends, Rückspeisungen und Auslastungen in der Niederspannung sichtbar zu machen.

WebPQ®
Zentrale Analyse und Bereitstellung von Messdaten
WebPQ® ist die zentrale Analysesoftware für Messdaten aus digitalen Ortsnetzstationen. Die Plattform unterstützt Visualisierung, Reporting, Trendanalyse, Alarmierung und die kontrollierte Weitergabe von Daten an übergeordnete Systeme.
Fazit und nächste Schritte
Die digitale Ortsnetzstation ist ein wichtiger Baustein für intelligente Verteilnetze in der Schweiz. Durch die Kombination aus Erdschluss- und Kurzschlussortung, Power-Quality-Messung, Abgangsstrommessung und zentraler Datenauswertung entsteht eine durchgängige Transparenz über mehrere Netzebenen hinweg.
Für Netzbetreiber bedeutet das: Störungen lassen sich schneller analysieren, Lastflüsse können besser bewertet werden und die Auswirkungen von Photovoltaik, Elektromobilität, Wärmepumpen und Speichern werden messwertbasiert beherrschbar. In Verbindung mit sicheren Kommunikationsstrukturen und zentralen Auswertungsplattformen wird die digitale Ortsnetzstation zu einem zentralen Datenpunkt im Netzbetrieb.
Prüfen Sie im nächsten Schritt, welche Ortsnetzstationen in Ihrem Netz für Mittelspannungsüberwachung, Abgangsstrommessung mit I-Sense oder zentrale Power-Quality-Auswertung priorisiert werden sollten. A. Eberle unterstützt Netzbetreiber bei der Auswahl passender Mess-, Sensorik- und Auswertungssysteme.
FAQ - Häufige Fragen
Was ist eine digitale Ortsnetzstation?
Eine digitale Ortsnetzstation ist eine Ortsnetzstation, die Mess-, Kommunikations- und Auswertungstechnik integriert. Sie erfasst relevante Netzgrössen auf Mittel- und Niederspannungsebene und stellt diese für Netzüberwachung, Fehleranalyse, Netzzustandsbewertung und Automatisierung bereit.
Warum ist die digitale Ortsnetzstation für Schweizer Verteilnetze wichtig?
Die Energiewende führt zu dynamischeren Lastflüssen durch Photovoltaik, Elektromobilität, Wärmepumpen und Batteriespeicher. Eine digitale Ortsnetzstation macht diese Veränderungen messbar und unterstützt Netzbetreiber dabei, Netzsituationen realitätsnah zu bewerten und Massnahmen technisch fundiert abzuleiten.
Welche Rolle spielt I-Sense bei der Abgangsstrommessung?
I-Sense ermöglicht die Strommessung einzelner Abgänge in der Ortsnetzstation. Die Lösung unterstützt Netzbetreiber dabei, Lasttrends, Rückspeisungen und Auslastungen in der Niederspannung sichtbar zu machen. Eine vollständige normative Power-Quality-Bewertung erfolgt über das jeweilige Messsystem.
Welche Produkte passen technisch zur digitalen Ortsnetzstation?
Kann eine bestehende Ortsnetzstation nachgerüstet werden?
Ja, eine bestehende Ortsnetzstation kann im Rahmen eines Retrofit-Konzepts messtechnisch erweitert werden. Für die Niederspannungsabgänge kann I-Sense eingesetzt werden, um zusätzliche Strommessungen in einzelnen Abgängen zu erfassen und für Monitoring, Betrieb und Analyse bereitzustellen.
Welche Bedeutung hat IT-Security in der digitalen Ortsnetzstation?
IT-Security ist entscheidend, weil Messdaten und Zustandsinformationen zunehmend in Leitstellen-, SCADA- und IT-Systeme übertragen werden. Rollenrechte, verschlüsselte Kommunikation, Audit Logs, Zertifikatsmanagement und kontrollierte Schnittstellen helfen, die Systemintegrität und den sicheren Betrieb digitaler Ortsnetzstationen zu unterstützen.
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