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Digitale Ortsnetzstation: Messung und Transparenz
Die digitale Ortsnetzstation entwickelt sich vom klassischen Netzknoten zum zentralen Mess-, Informations- und Steuerungspunkt im Verteilnetz. Für Netzbetreiber ist sie besonders relevant, wenn erneuerbare Einspeiser, Elektromobilität, Wärmepumpen, Batteriespeicher und regulatorische Anforderungen wie § 14a EnWG die Lastflüsse in Mittel- und Niederspannungsnetzen verändern.
Im technischen Kern geht es um durchgängige Transparenz über mehrere Netzebenen hinweg: Erdschluss- und Kurzschlussortung, Power-Quality-Messung, Abgangsmessung, IT-Security und zentrale Datenauswertung. Die digitale Ortsnetzstation liefert damit reale Messdaten für Netzbetrieb, Planung, Störungsanalyse und Netzzustandsermittlung.
Statt Netzsituationen ausschließlich aus Modellen, Prognosen oder punktuellen Messungen abzuleiten, können Netzbetreiber Messwerte direkt aus der Ortsnetzstation nutzen. Das verbessert die Grundlage für Schalthandlungen, Instandhaltungsentscheidungen, Netzausbauplanung und die Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen.
Key Takeaways
- Netztransparenz - Die digitale Ortsnetzstation macht relevante Netzgrößen auf Mittel- und Niederspannungsebene sichtbar.
- Fehlerlokalisierung - Systeme wie EOR-1DS und EOR-3DS unterstützen die Erdschluss- und Kurzschlussortung.
- § 14a EnWG - Mit PQI-LV, V-Sense und P-Sense können Niederspannungsabgänge systematisch erfasst werden.
- Zentrale Auswertung - WebPQ® unterstützt Visualisierung, Reporting, Alarmierung und sichere Datenbereitstellung.
Vom Netzknoten zum Mess- und Informationspunkt
Ortsnetzstationen waren lange vor allem technische Übergabepunkte zwischen Mittelspannung und Niederspannung. Durch die Energiewende verändert sich diese Rolle. An genau dieser Stelle werden Lastflüsse gebündelt, Rückspeisungen sichtbar und Störungen netzpunktnah erkennbar.
Die digitale Ortsnetzstation nutzt diesen Standortvorteil. Sie erfasst Messwerte dort, wo sie für den Verteilnetzbetrieb besonders aussagekräftig sind. Dadurch entsteht ein zentraler Datenpunkt für Netztransparenz, Zustandsbewertung und zukünftige Automatisierungsfunktionen.
Besonders wertvoll ist die Kombination mehrerer Aufgaben: Erdschluss- und Kurzschlussortung auf der Mittelspannungsseite, Power-Quality-Bewertung, Abgangsmessung auf der Niederspannungsseite sowie sichere Kommunikation zur Leitstelle oder zu zentralen Datenplattformen.

Drei Ebenen der digitalen Ortsnetzstation
Eine digitale Ortsnetzstation schafft Transparenz, indem Messdaten aus Mittelspannung, Niederspannung und zentraler Datenverarbeitung zusammengeführt werden. Erst durch diese Verbindung entsteht ein vollständiges Bild über Störungen, Lastflüsse, Netzqualität und den aktuellen Zustand des lokalen Netzknotens.
1. Mittelspannung überwachen
Auf der Mittelspannungsseite stehen Fehlererkennung und Netzqualität im Mittelpunkt. Erdschluss- und Kurzschlussereignisse können schneller lokalisiert werden, während Power-Quality-Daten Hinweise auf Spannungsereignisse, Oberschwingungen oder Flicker liefern.
- Erdschluss- und Kurzschlussortung
- Schaltzustände und Stationsinformationen
- Bewertung der Spannungsqualität
- Daten für Leitstelle und Netzführung
2. Niederspannung sichtbar machen
Auf der Niederspannungsseite werden die einzelnen Abgänge der Ortsnetzstation transparent. Dadurch erkennen Netzbetreiber, welche Stränge stark belastet sind, wo Rückspeisungen auftreten und wie sich steuerbare Verbrauchseinrichtungen im Netz verhalten.
- Auslastung einzelner Abgänge
- Lastflüsse und Rückspeisungen
- Unsymmetrien und dynamische Lastwechsel
- Messdaten für § 14a EnWG und Netzzustandsermittlung
3. Messdaten zentral auswerten
Die Datenebene macht die erfassten Messwerte für Betrieb, Analyse und Integration nutzbar. Messdaten werden visualisiert, bewertet, dokumentiert und sicher an übergeordnete Systeme wie Leitstellen, SCADA- oder Netzzustandssysteme übergeben.
- Zentrale Analyse und Visualisierung
- Reporting und Alarmierung
- Sichere Schnittstellen
- IT-Security, Rollenrechte und Audit Logs
Mittelspannung: Fehler lokalisieren und Netzqualität bewerten

Eine durchgängige Transparenz auf der Mittelspannungsebene bildet die Grundlage für eine effiziente Netzüberwachung und schnelle Fehlerlokalisierung. In der digitalen Ortsnetzstation stehen hier insbesondere Erdschlussortung, Kurzschlussortung, Schaltzustände und die Analyse der Netzqualität im Fokus.
Fault Passage Indicators wie EOR-1DS und EOR-3DS ermöglichen eine zuverlässige Erkennung und Lokalisierung von Erdschluss- und Kurzschlussereignissen in Mittelspannungsnetzen. In Verbindung mit geeigneter Sensorik können Ströme, Spannungen, Leistungen und Fehlerereignisse erfasst werden.
Zusätzlich lassen sich Informationen wie die Position des Lasttrennschalters oder des Abgangserders bereitstellen. Diese Daten können an Netzleitstellen oder übergeordnete Systeme weitergegeben werden, damit Fehler schneller eingegrenzt und Schalthandlungen gezielter vorbereitet werden können.
Fehlerortung in der Mittelspannung: EOR-1DS und EOR-3DS

EOR-1DS
Das EOR-1DS eignet sich für kompakte Ortsnetzstationen, wenn eine kombinierte Kurzschluss- und Erdschlussanzeige mit wirtschaftlicher Fehlerortung benötigt wird.
EOR-3DS
Das EOR-3DS ist auf digitale Ortsnetzstationen und moderne Kleinsignalsensorik ausgelegt. Es verbindet Fehlerortung mit Messwertbereitstellung und digitaler Systemintegration.
Power Quality als zusätzlicher Transparenzbaustein
Parallel zur Fehlerortung gewinnt die kontinuierliche Überwachung der Spannungsqualität an Bedeutung. Power-Quality-Messsysteme liefern Informationen über Spannungsqualität, Oberschwingungen, Flicker, THD und kurzzeitige Spannungsereignisse. Gerade bei wachsender Einspeisung aus Photovoltaik- und Windanlagen ist diese Transparenz entscheidend, um Netzprobleme frühzeitig zu erkennen.
Für eine belastbare Bewertung müssen Messwerte normorientiert ausgewertet werden. Eine Grenzwertbewertung nach EN 50160 unterstützt Netzbetreiber dabei, Spannungsqualitätsparameter nachvollziehbar zu dokumentieren und technische Abweichungen einzuordnen.

Vorstellung: EORSys & PQSys
Ortsnetzstationen zukunftsfähig digitalisieren und überwachen
Niederspannung: Abgänge messen und § 14a EnWG umsetzen
Ergänzend zur Mittelspannung wird auch die Niederspannungsebene systematisch in Mess- und Überwachungskonzepte integriert. Hintergrund sind unter anderem die Anforderungen aus § 14a EnWG und die zunehmende Verbreitung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Batteriespeicher.
Für Netzbetreiber entsteht dadurch die Notwendigkeit, Lastflüsse in den einzelnen Abgängen einer Ortsnetzstation transparenter zu erfassen. Nur mit einer ausreichenden Datengrundlage lassen sich Netzsituationen bewerten und Maßnahmen zur Netzführung technisch nachvollziehbar ableiten.
Messkonzept für die Niederspannung
Eine geeignete technische Lösung besteht aus einem zentralen Messgerät und dezentralen Sensorsystemen. Das PQI-LV erfasst und verarbeitet Messdaten auf der Niederspannungsebene. Für die Abgangsmessung in der Ortsnetzstation nach § 14a EnWG werden V-Sense zur Spannungsmessung und P-Sense zur Stromerfassung in einzelnen Abgängen eingesetzt.
- Auslastung einzelner Niederspannungsabgänge
- Lastflüsse und Rückspeisungen aus Photovoltaikanlagen
- Verhalten steuerbarer Verbrauchseinrichtungen
- Grundlage für Netzzustandsermittlung und Netzführung

Neuanlagen
In neu errichteten digitalen Ortsnetzstationen kann die Messlösung direkt in die Stationsplanung integriert werden. Abgänge, Sensorik, Kommunikation und Datenbereitstellung werden von Beginn an zusammen gedacht.
Bestandsanlagen
In bestehenden Stationen ermöglicht ein Retrofit-Konzept mit V-Sense und P-Sense die Nachrüstung der Abgangsmessung, ohne die Station vollständig neu aufzubauen.
Rollout
Ein einheitliches Messkonzept für Neu- und Bestandsanlagen vereinfacht Rollout, Betrieb, Datenintegration und spätere Auswertung über viele Ortsnetzstationen hinweg.
Daten, IT-Security und zentrale Auswertung
Aus Messwerten werden nutzbare Informationen für Betrieb, Planung und Analyse
Mit der zunehmenden Digitalisierung der Netzinfrastruktur wächst die Bedeutung von IT-Sicherheit, Datenintegrität und kontrollierter Systemintegration. Mess- und Kommunikationssysteme müssen präzise Daten liefern und diese gleichzeitig sicher übertragen, verwalten und für verschiedene Nutzergruppen bereitstellen.
WebPQ® kommt als zentrale Plattform zur Analyse und Visualisierung von Messdaten aus fest installierten Power-Quality-Monitoring-Geräten und Störschreibern zum Einsatz. Die Software unterstützt strukturierte Auswertung, Reporting, Trendanalyse, Alarmierung, Dashboards und die Bereitstellung von Messdaten für übergeordnete Systeme.
Sichere Zugriffe
- Zentrale Benutzerverwaltung, User Rights Management, Role Based Access Control und Audit Logs sorgen dafür, dass Zugriffe, Rollen und Änderungen im System nachvollziehbar verwaltet werden können.
Sichere Kommunikation
- Verschlüsselte Kommunikation über HTTPS, eigenes Zertifikatsmanagement und Security-by-Design unterstützen die geschützte Übertragung und Verarbeitung sensibler Messdaten.
Systemintegration
- LDAP-Anbindung, offene REST-API sowie Schnittstellen zu Leitstellen-, SCADA-, Monitoring- und Netzzustandssystemen ermöglichen eine kontrollierte Einbindung in bestehende IT- und Netzführungsstrukturen.
Diese Funktionen sind besonders wichtig, wenn Messdaten aus vielen digitalen Ortsnetzstationen in Leitstellen-, SCADA-, Monitoring- oder Netzzustandssysteme eingebunden werden. Je stärker die Station in operative Prozesse integriert wird, desto wichtiger werden nachvollziehbare Zugriffe, klare Rollenmodelle und sichere Schnittstellen.
Technische Bausteine der digitalen Ortsnetzstation
Eine digitale Ortsnetzstation ist keine Einzellösung, sondern ein abgestimmtes System aus Sensorik, Messgerät, Fehlerortung, Kommunikation, Datenspeicherung und Auswertung. Die folgende Übersicht zeigt typische Bausteine und ihren technischen Nutzen.
| Netzebene | Aufgabe | Relevante Lösung | Technischer Nutzen |
|---|---|---|---|
| Mittelspannung | Erdschluss- und Kurzschlussortung | EOR-1DS, EOR-3DS | Fehler schneller lokalisieren, Ereignisse dokumentieren und Netztransparenz erhöhen |
| Mittelspannung | Power-Quality-Überwachung | Power-Quality-Messsysteme von A. Eberle | Spannungsqualität, Oberschwingungen, Flicker, THD und kurzzeitige Ereignisse bewerten |
| Niederspannung | Abgangsmessung nach § 14a EnWG | PQI-LV mit V-Sense und P-Sense | Lastflüsse, Rückspeisungen und Auslastung einzelner Abgänge erfassen |
| Stationsübergreifend | Zentrale Analyse und Reporting | WebPQ® | Messdaten visualisieren, Reports erstellen, Trends analysieren und Daten sicher bereitstellen |
| IT und Leittechnik | Sichere Integration | WebPQ®, offene Schnittstellen, Rollen- und Rechtekonzepte | Daten kontrolliert in bestehende IT-, SCADA- und Monitoring-Strukturen einbinden |
Passende Systemkomponenten von A. Eberle
PQI-LV
Klasse-A-Netzanalysegerät und Störschreiber für die Niederspannung. Geeignet für kontinuierliches Monitoring, Power Quality, Ereigniserfassung und Abgangsmessung in Ortsnetzstationen.
V-Sense und P-Sense
Sensorik zur Spannungs- und Stromerfassung in Niederspannungsabgängen. Besonders relevant für Retrofit-Konzepte und die Umsetzung von § 14a EnWG in Bestandsstationen.
WebPQ®
Zentrale Analysesoftware für Power-Quality-Messdaten, Reports, Dashboards, Trendanalysen, Alarmierungen und die Weitergabe von Daten an übergeordnete Systeme.

Abgangsmessung in der Ortsnetzstation nach § 14a EnWG
Skalierbare Messlösung für Neu- und Bestandsanlagen
Die Abgangsmessung mit PQI-LV, V-Sense und P-Sense unterstützt Netzbetreiber dabei, Lastflüsse in der Niederspannung sichtbar zu machen und Messdaten für die Netzzustandsermittlung bereitzustellen.

WebPQ®
Zentrale Analyse und Bereitstellung von Messdaten
WebPQ® ist die zentrale Analysesoftware für Messdaten aus digitalen Ortsnetzstationen. Die Plattform unterstützt Visualisierung, Reporting, Trendanalyse, Alarmierung und die kontrollierte Weitergabe von Daten an übergeordnete Systeme.
Fazit und nächste Schritte
Die digitale Ortsnetzstation ist ein wichtiger Baustein für intelligente Verteilnetze. Durch die Kombination aus Erdschluss- und Kurzschlussortung, Power-Quality-Messung, Abgangsmessung und zentraler Datenauswertung entsteht eine durchgängige Transparenz über mehrere Netzebenen hinweg.
Für Netzbetreiber bedeutet das: Störungen lassen sich schneller analysieren, Lastflüsse können besser bewertet werden und Anforderungen aus der Energiewende werden messwertbasiert beherrschbar. In Verbindung mit sicheren Kommunikationsstrukturen und zentralen Auswertungsplattformen wird die digitale Ortsnetzstation zu einem zentralen Datenpunkt im Netzbetrieb.
Prüfen Sie im nächsten Schritt, welche Ortsnetzstationen in Ihrem Netz für Mittelspannungsüberwachung, Abgangsmessung nach § 14a EnWG oder zentrale Power-Quality-Auswertung priorisiert werden sollten. A. Eberle unterstützt Netzbetreiber bei der Auswahl passender Mess-, Sensorik- und Auswertungssysteme.
FAQ - Häufige Fragen
Was ist eine digitale Ortsnetzstation?
Eine digitale Ortsnetzstation ist eine Ortsnetzstation, die Mess-, Kommunikations- und Auswertungstechnik integriert. Sie erfasst relevante Netzgrößen auf Mittel- und Niederspannungsebene und stellt diese für Netzüberwachung, Fehleranalyse, Netzzustandsermittlung und Automatisierung bereit.
Warum ist die digitale Ortsnetzstation für die Energiewende wichtig?
Die Energiewende führt zu dynamischeren Lastflüssen durch Photovoltaik, Elektromobilität, Wärmepumpen und Batteriespeicher. Eine digitale Ortsnetzstation macht diese Veränderungen messbar und unterstützt Netzbetreiber dabei, Netzsituationen realitätsnah zu bewerten und Maßnahmen technisch fundiert abzuleiten.
Welche Rolle spielt § 14a EnWG bei der Abgangsmessung?
§ 14a EnWG betrifft die netzdienliche Steuerung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und Batteriespeicher. Damit Steuerungsentscheidungen nachvollziehbar und netzpunktbezogen erfolgen können, benötigen Netzbetreiber Messdaten aus den einzelnen Abgängen der Ortsnetzstation.
Welche Produkte passen technisch zur digitalen Ortsnetzstation?
Kann eine bestehende Ortsnetzstation nachgerüstet werden?
Ja, eine bestehende Ortsnetzstation kann im Rahmen eines Retrofit-Konzepts messtechnisch erweitert werden. Für die Niederspannungsabgänge können V-Sense und P-Sense mit PQI-LV eingesetzt werden, um Spannungen, Ströme und abgeleitete Leistungswerte in Bestandsanlagen zu erfassen.
Welche Bedeutung hat IT-Security in der digitalen Ortsnetzstation?
IT-Security ist entscheidend, weil Messdaten und Zustandsinformationen zunehmend in Leitstellen-, SCADA- und IT-Systeme übertragen werden. Rollenrechte, verschlüsselte Kommunikation, Audit Logs, Zertifikatsmanagement und kontrollierte Schnittstellen helfen, die Systemintegrität und den sicheren Betrieb digitaler Ortsnetzstationen zu unterstützen.
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