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Was ist eine (registrierende) Lastgangmessung/Leistungsmessung und wie funktioniert/läuft diese ab?
Eine Lastgangmessung macht den zeitlichen Verlauf des Energieverbrauchs sichtbar. Bei Strom werden die Leistungswerte im Rahmen der registrierenden Lastgangmessung in 15-Minuten-Intervallen erfasst. Dadurch lassen sich Lastprofile, Spitzenlasten, Grundlasten und Verbrauchsabweichungen systematisch auswerten.
Kernaussagen zur Lastgangmessung
- Die registrierende Lastgangmessung bildet den tatsächlichen zeitlichen Verlauf des Energieverbrauchs ab.
- Eine Lastganganalyse zeigt unter anderem Spitzenlasten, Grundlasten, Lastverschiebungen und Abweichungen vom durchschnittlichen Verbrauch.
- Im Unterschied zur RLM arbeitet das Standard-Last-Profil mit typisierten Verbrauchsprofilen und statistischen Schätzwerten.
Definition der registrierenden Lastgangmessung und Leistungsmessung
Die registrierende Lastgangmessung (RLM) und die registrierende Leistungsmessung sind essenzielle Verfahren in der Energieversorgung, um den Verbrauch von Strom und Gas präzise zu erfassen. Diese Messungen erfolgen kontinuierlich und bieten detaillierte Einblicke in den Energieverbrauch von Gewerbe- und Industriekunden.
Sind (registrierende) Lastgangmessung und (registrierende) Leistungsmessung als Synonyme zu verwenden oder gibt es Unterschiede?
Während RLM und registrierende Leistungsmessung oft synonym verwendet werden, gibt es subtile Unterschiede in ihrer Anwendung. Dabei konzentriert sich die RLM speziell auf den Verbrauch von Strom in viertelstündiger Auflösung und ist für Kunden mit einem jährlichen Verbrauch von über 100.000 kWh oder bei hohen Einspeiseleistungen verpflichtend (z.B. große Industriebetriebe). Demgegenüber erfasst die registrierende Leistungsmessung den Verbrauch von Strom und Gas kontinuierlich. Außerdem bietet sie Gewerbe- und Industriekunden detaillierte Abrechnungen sowie die Möglichkeit, durch die Optimierung ihres Lastprofils Netzentgelte zu reduzieren.

Wie laufen (registrierende) Lastgangmessung und (registrierende) Leistungsmessung genau ab?
Die registrierende Lastgangmessung (RLM) erfolgt mittels geeigneter Messtechnik, die den Stromverbrauch mindestens in viertelstündigen Intervallen erfasst. Dadurch erhalten Gewerbe- und Industriekunden einen präzisen Einblick in ihren Verbrauch. Außerdem können sie durch die gezielte Optimierung ihres Lastgangs Netzentgelte senken. Anschließend werden die Daten entweder vom Stromlieferanten bereitgestellt oder gegen Aufpreis direkt an die Verbraucher gesendet. Darüber hinaus nutzen Netzbetreiber die Informationen aus der RLM zur Vorbeugung von Netzüberlastungen und zur Optimierung ihrer Netze. Zudem können große Verbraucher (z.B. Industriebetriebe) eigene Messdaten erheben, um den tatsächlichen Eigenverbrauch nachvollziehen und Aussagen über die Normkonformität der Spannungs- und Stromqualität treffen zu können. Vorausgesetzt, die eingesetzte Messtechnik kann neben RLM auch Power Quality messen.
Im Vergleich dazu umfasst die registrierende Leistungsmessung sowohl den Strom- als auch den Gasverbrauch und hat eine ähnliche Funktion wie die RLM. Dadurch erhalten Kunden genaue Abrechnungen und können ihren Energieverbrauch besser kontrollieren. Gleichzeitig nutzen Netzbetreiber die Daten, um Netzüberlastungen zu vermeiden. Energieanbieter können dagegen auf Basis der erhobenen Lastdaten ihre Beschaffung optimieren und günstigere Tarife anbieten.
Quelle für die Definitionen: Technische Mindestanforderungen Energie (TMA)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die RLM-Messung, auch als RLM-Strom bezeichnet, und die registrierende Leistungsmessung wichtige Instrumente sind, um den Energieverbrauch in Industrie und Gewerbe präzise zu erfassen und zu optimieren.
Welche Messgeräte braucht man für eine RLM?
Funktionen von Messgeräten für Lastgangmessungen
Für die Durchführung einer Lastgangmessung müssen Messgeräte verschiedene Funktionen bereitstellen, um den Energieverbrauch genau zu erfassen. Dazu gehören unter anderem:
- Registrierende Leistungsmessung (RLM): Dies ist ein wesentliches Merkmal, da RLM-Zähler in regelmäßigen Abständen den Mittelwert der abgenommenen Leistung messen.
- Kontinuierliche Erfassung: Die Messgeräte müssen die abgenommene Leistung kontinuierlich erfassen und idealerweise in kurzen Intervallen übertragen können, um ein präzises Lastprofil zu erstellen.
- Übermittlung an den Verteilnetzbetreiber: Die erfassten Daten müssen automatisiert an den Verteilnetzbetreiber übermittelt werden, um eine genaue Abrechnung zu ermöglichen.
- Einhaltung gesetzlicher Vorgaben: Die Messperioden sind gesetzlich festgelegt, zum Beispiel auf 15 Minuten für Strom. Daher müssen die Messgeräte diesen Anforderungen entsprechen, um die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen.
Normen und Vorschriften für Messgeräte
Außerdem gelten für Messgeräte zur Durchführung einer Lastgangmessung bestimmte Normen und Vorschriften, die beachtet werden müssen. Zu den relevanten Normen und Vorschriften gehören:
DIN EN 50470-1
Diese Norm legt Anforderungen an die Messgeräte für die Wandlermessung elektrischer Energie fest.
DIN EN 50470-3
Hier werden die Anforderungen an Lastgangzähler spezifiziert, insbesondere hinsichtlich der elektrischen Merkmale und der Kommunikationsschnittstellen.
ISO 9001
Dies ist eine international anerkannte Norm für Qualitätsmanagementsysteme, die sicherstellt, dass die Herstellung und der Betrieb der Messgeräte den höchsten Qualitätsstandards entsprechen.
Einsatzmöglichkeiten der A. Eberle Messtechnik
Mit A. Eberle Power Quality Messgeräten können Lastgangmessungen durchgeführt werden. Darüber hinaus bietet A. Eberle eine Reihe von Messgeräten an, mit denen sich Lastgänge präzise erfassen und analysieren lassen.
Geeignete Geräte für Lastgangmessungen
Mit welchen Geräten können Lastgangmessungen durchgeführt werden?
Grundsätzlich ist eine hochpräzise Lastgangmessung beziehungsweise Lastganganalyse mit jedem Modell unserer fest installierten Power-Quality-Netzanalysatoren sowie mit allen mobilen Power-Quality-Messgeräten möglich. Dabei reicht das Spektrum vom fest installierten »PQI-DE«, das permanent die gesamte Einspeisung überwacht und Störfälle rückwirkend nachvollziehbar dokumentiert, bis zu mobilen Geräten wie der »PQ-Box 150« für temporäre Messaufgaben in der Tiefe des Netzes, beispielsweise am Anschluss einer einzelnen Maschine. Zusätzlich lassen sich mit dem einphasigen Netzanalysator »PQ-Box ONE« für Steckdosen einphasige Lasten analysieren, um den Energieverbrauch gezielt zu erfassen.
Besonderheiten von A. Eberle Geräten
Welche Besonderheiten/Vorteile bieten diese A. Eberle Geräte bei der Lastgangmessung gegenüber anderen Messgeräten?
Bei allen Power Quality Messgeräten (fest installiert & mobil) von A. Eberle handelt es sich um Messgeräte der Klasse A nach IEC 61000-4-30. Damit sind neben der Lastganganalyse und Energieerfassung auch hochgenaue Messungen der Netzqualität möglich. Außerdem sind die Geräte einfach in der Handhabung und verfügen über die benutzerfreundliche und intuitive Analysesoftware »WinPQ mobil«. Zudem können Sie unsere mobilen PQ-Boxen zunächst in einer einfachen Ausführung anschaffen und je nach Anwendungsbedarf weiter individualisieren beziehungsweise aufrüsten. Sollten Sie z.B. zu einem späteren Zeitpunkt weitere Funktionen benötigen um bestimmte/spezielle Störungen im Netz zu erfassen, können Sie Ihr Gerät sehr einfach über einen Lizenzcode aufrüsten. Daher ist der Neukauf eines weiteren Gerätes nicht nötig.
Beispiel-Messungen mit unseren mobilen Netzanalysatoren
Einige Eindrücke aus der Analysesoftware »WinPQ mobil« - 15-minütige Lastgangmessung, Intervallenergie, Energieverbrauch pro Phase, Summenleistung & CO2-Wert
Klicken Sie auf die jeweilige Abbildung, um die Ansicht zu vergrößern:





Unsere mobilen & festinstallierten PQ-Netzanalysatoren
Lastganganalyse, Energieerfassung & Netzanalyse mit einem Gerät
Was wird bei der Analyse der Lastgangmessung/bei der Lastganganalyse ausgewertet?
Welche Informationen liefert eine Lastganganalyse?
Ziel der Auswertung
Bei der Analyse der Lastgangmessung, auch bekannt als Lastganganalyse, werden verschiedene Aspekte der Stromnutzung untersucht, um Einblicke in den Energieverbrauch zu gewinnen.
Untersuchte Parameter und Kennzahlen
Dabei erhebt und bewertet die Lastganganalyse eine Vielzahl von Parametern und Kennzahlen, darunter:
- Lastprofile: Die zeitliche Verteilung des Energieverbrauchs über einen bestimmten Zeitraum.
- Spitzenlasten: Die Höchstwerte des Energieverbrauchs innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls.
- Grundlasten: Die minimale kontinuierliche Belastung des Stromnetzes.
- Lastverschiebungen: Änderungen im Verbrauchsverhalten, die zu verschiedenen Zeiten auftreten können, z. B. während Spitzenlastzeiten oder in Abhängigkeit von Produktionszyklen.
- Leistungsfaktoren: Das Verhältnis von tatsächlicher Leistung zur Scheinleistung, das Aufschluss über die Effizienz der Stromnutzung gibt.
- Abweichungen vom Durchschnitt: Unterschiede im Verbrauchsverhalten im Vergleich zu einem durchschnittlichen Lastprofil.
Ergebnisse und Handlungsempfehlungen
Anschließend können die Ergebnisse der Lastganganalyse verschiedene Erkenntnisse liefern und entsprechende Handlungsempfehlungen ermöglichen:
- Identifizierung von Einsparpotenzialen: Durch die Analyse von Lastprofilen können ineffiziente Verbrauchsmuster identifiziert werden, die Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs bieten.
- Optimierung des Lastprofils: Durch gezielte Maßnahmen, wie Lastverschiebung oder Lastmanagement, kann das Lastprofil optimiert werden, um Spitzenlasten zu reduzieren und die Energieeffizienz zu verbessern.
- Planung von Investitionen: Die Analyse kann Aufschluss darüber geben, ob Investitionen in Energiesparmaßnahmen oder die Installation zusätzlicher Kapazitäten erforderlich sind, um den aktuellen und zukünftigen Energiebedarf zu decken.
- Netzstabilität und -sicherheit: Durch die Bewertung von Lastprofilen können Engpässe im Stromnetz identifiziert und Maßnahmen zur Verbesserung der Netzstabilität und -sicherheit abgeleitet werden.
Wann und wo ist eine Lastgangmessung notwendig/sinnvoll?
Für PV-Anlagen-Betreiber
Wann ist eine Lastgangmessung notwendig?
Insbesondere für Betreiber von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) ist eine Lastgangmessung in verschiedenen Szenarien erforderlich:
- Pflicht bei bestimmten Anlagen: Gemäß den VDE-Regeln müssen PV-Anlagen ab einer bestimmten Größe durch den Netzbetreiber steuerbar sein. Dies erfordert eine kontinuierliche Überwachung der Ist-Leistung bzw. Einspeisung, die nur über einen RLM-Zähler gewährleistet werden kann.
- So müssen Anlagen ab 100 kWp durch den Netzbetreiber steuerbar sein, um den Einfluss auf das Stromnetz bewerten zu können, was nur über einen RLM-Zähler möglich ist.
- Direktvermarktung: Außerdem müssen PV-Anlagen, die in die Direktvermarktung eingebunden sind, unabhängig von ihrer installierten Leistung einen RLM-Zähler installieren.

- Größenordnung der Anlage: PV-Anlagen ohne Direktvermarktung und mit einer Leistung von 100-500 kW müssen ebenfalls über einen RLM-Zähler verfügen, um eine präzise Messung der Einspeisung zu ermöglichen.
Sinn und Nutzen regelmäßiger Lastgangmessungen
Darüber hinaus bietet die regelmäßige Durchführung von Lastgangmessungen PV-Anlagen-Betreibern verschiedene Vorteile:
Effiziente Planung
Durch regelmäßige Lastgangmessungen können PV-Anlagen-Betreiber ihre Einspeisung besser planen und mögliche Einsparpotenziale erkennen. Dies führt zu einer größeren Planungssicherheit und Kostenkontrolle.
Optimierung der Einspeisung
Dadurch können PV-Anlagen-Betreiber ihre Einspeisung optimieren und Engpässe im Netz vermeiden. Dies kann zu einer verbesserten Netzstabilität beitragen.
Erfüllung gesetzlicher Anforderungen
Zudem erfüllen PV-Anlagen-Betreiber durch die Installation eines RLM-Zählers die gesetzlichen Anforderungen und Vorschriften, was zu einer reibungslosen Integration ihrer Anlage in das Stromnetz führt.
Für Unternehmen
Wann ist eine Lastgangmessung notwendig?
Ebenso ist eine Lastgangmessung für Unternehmen in verschiedenen Situationen erforderlich:
- Gesetzliche Anforderungen: Gemäß der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) und der Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) sind Unternehmen ab einem bestimmten Verbrauch verpflichtet, eine registrierende Leistungsmessung durchzuführen.
- Dabei verpflichtet die Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) Unternehmen in Deutschland zur registrierenden Leistungsmessung ab einem Jahresverbrauch von 100.000 Kilowattstunden (kWh) Strom.
- Zusätzlich nennt die Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) für Gasverbraucher zwei Kriterien: einen Jahresverbrauch von über 1,5 Mio. kWh und eine Ausspeiseleistung von 500 kW.

- Optimierung der Energiekosten: Außerdem können Unternehmen mit einem hohen Verbrauch an Gewerbestrom oder Gewerbegas durch Lastverschiebungen und die Optimierung ihres Lastprofils ihre Netzentgelte senken und somit ihre Energiekosten reduzieren.
- Transparenz und Kostenkontrolle: Zudem bietet die regelmäßige Erfassung von Lastdaten Unternehmen Transparenz über ihren Energieverbrauch und ermöglicht eine genauere Kostenkalkulation. Dadurch verbessern sich Kostenkontrolle und Planungssicherheit.
Sinn und Nutzen regelmäßiger Lastgangmessungen
Insgesamt bringt die regelmäßige Durchführung von Lastgangmessungen Unternehmen verschiedene Vorteile:
Kostenoptimierung
Durch die Kenntnis des Lastprofils können Unternehmen ihre Energiekosten senken, indem sie ihre Netzentgelte reduzieren und Einsparpotenziale nutzen.
Effiziente Planung
Die regelmäßige Erfassung von Lastdaten ermöglicht es Unternehmen, ihren Energieverbrauch besser zu planen und mögliche Einsparpotenziale zu identifizieren.
Schnelle Reaktion auf Verbrauchsabweichungen
Unternehmen können durch die Überwachung ihres Lastprofils Verbrauchsabweichungen schnell erkennen und entsprechend reagieren, um Produktionsausfälle zu vermeiden und ihre Betriebsabläufe zu optimieren.
Was ist ein Standard-Last-Profil/SLP und wie funktioniert/läuft dieses ab?
Einordnung des Standard-Last-Profils (SLP)
Was ist ein Standard-Last-Profil/SLP?
Ein Standard-Last-Profil (SLP) ist eine typisierte Darstellung des erwarteten Stromverbrauchs über einen bestimmten Zeitraum für verschiedene Verbrauchergruppen. Dabei dient es dazu, zeitliche und temperaturabhängige Schwankungen des Stromverbrauchs nachzuvollziehen und sicherzustellen, dass den Verbrauchern jederzeit ausreichend Strom zur Verfügung steht.
Zur Einordnung definiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Standardlastprofil wie folgt:
"Standardlastprofile sind typisierte Verbrauchsprofile von Kunden, die von den Netzbetreibern anhand des tatsächlichen Verbrauchs von Kunden mit vergleichbaren Merkmalen ermittelt werden." (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
Wann wird die Messung des SLP notwendig?
Insbesondere dann ist die Messung des SLP notwendig, wenn eine standardisierte Erfassung des Stromverbrauchs für eine bestimmte Verbrauchergruppe erforderlich ist. Das kann beispielsweise in folgenden Situationen der Fall sein:
- Abrechnung: Für die Abrechnung von Stromverbräuchen von Haushalten, Gewerbebetrieben oder anderen Verbrauchergruppen werden oft Standardlastprofile verwendet, um den Verbrauch zu schätzen.
- Netzplanung: Zudem werden SLPs bei der Planung und Dimensionierung von Stromnetzen verwendet, um den erwarteten Strombedarf der verschiedenen Verbrauchergruppen zu prognostizieren und die Netzkapazitäten entsprechend anzupassen.
Sinn und Nutzen regelmäßiger Messungen des SLP
Effiziente Planung und Versorgungssicherheit
Dadurch bietet die regelmäßige Messung des SLP verschiedene Vorteile:
Planungssicherheit
Durch regelmäßige Aktualisierung und Anpassung der SLPs können Netzbetreiber und Energieversorger den Strombedarf ihrer Kunden besser prognostizieren und entsprechende Maßnahmen zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Versorgung ergreifen.
Effiziente Ressourcennutzung
Außerdem ermöglicht eine präzise Erfassung des Stromverbrauchs nach Standardlastprofilen den Netzbetreibern, ihre Ressourcen effizienter zu nutzen und Engpässe im Stromnetz zu vermeiden.
Kundenorientierung
Darüber hinaus ermöglicht die Nutzung von SLPs den Energieversorgern, ihren Kunden maßgeschneiderte Tarife und Dienstleistungen anzubieten, die ihren individuellen Verbrauchsprofilen entsprechen.
Risiken und Nachteile ohne regelmäßige Messungen des SLP
Fehlen regelmäßige Messungen und Aktualisierungen der SLPs, gehen Netzbetreiber und Energieversorger verschiedene Risiken ein:
Unsicherheit bei der Versorgungsplanung
Ohne aktuelle Daten zu den Verbrauchsverhalten der Kunden nach Standardlastprofilen besteht das Risiko von Fehleinschätzungen bei der Versorgungsplanung, was zu Engpässen oder Überkapazitäten im Stromnetz führen kann.
Ineffiziente Ressourcennutzung
Ohne präzise Verbrauchsprognosen nach SLPs können Netzbetreiber ihre Ressourcen ineffizient nutzen, was zu höheren Kosten und einer geringeren Versorgungssicherheit führen kann.
Eingeschränkte Kundenorientierung
Ohne aktuelle Daten zu den Verbrauchsverhalten nach SLPs können Energieversorger ihren Kunden keine maßgeschneiderten Tarife und Dienstleistungen anbieten, was zu einer geringeren Kundenzufriedenheit und -bindung führen kann.
Welche Messgeräte braucht man zur Messung des Standard-Last-Profil/SLP?
Anforderungen an Messgeräte für Standard-Last-Profile
Funktionen von SLP-Zählern
Um das Standard-Last-Profil (SLP) präzise zu erfassen, müssen Messgeräte bestimmte Funktionen aufweisen:
Manuelle Ablesung und Anzeige
SLP-Zähler müssen in der Lage sein, den tatsächlichen Strom- und/oder Gasverbrauch manuell abzulesen und auf einem Anzeigedisplay darzustellen.
Schätzwertbasierter Verbrauch
Die monatlichen Abschläge basieren beim SLP-Zähler auf Schätzwerten, die auf dem Standardlastprofil und statistisch-mathematischen Verfahren basieren. Dadurch werden die Abrechnungs- und Messprozesse vereinfacht.
Anpassung der Abschläge
Bei Abweichungen zwischen den Schätzwerten und dem tatsächlichen Verbrauch erfolgt eine Anpassung der Abschläge nach der Ablesung und Jahresrechnung.
Normen und Vorschriften
Für SLP-Zähler gelten bestimmte Normen und Vorschriften, die ihre Funktionstüchtigkeit und Genauigkeit gewährleisten:
DIN EN 62053
Diese Norm legt die Anforderungen an elektrische Energiezähler fest, einschließlich der Zähler für das Standard-Last-Profil.
DIN EN 1359
Diese Norm gilt für Gaszähler und legt Anforderungen an die Genauigkeit und Leistungsfähigkeit von Gaszählern fest.
Kompatibilität mit A. Eberle Geräten
Grundsätzlich ist die Messung des Standard-Last-Profils mit allen Power Quality Messgeräten (fest installiert & mobil) von A. Eberle möglich. Darüber hinaus bieten die Geräte neben der Messung des SLP, der Lastganganalyse und der Energieerfassung die Möglichkeit für hochgenaue Messungen der Netzqualität (IEC 61000-4-30, Klasse A). Außerdem sind die Geräte einfach in der Handhabung und verfügen über eine benutzerfreundliche und intuitive Analysesoftware.
Normen und Vorschriften für SLP-Zähler
Anforderungen an SLP-Zähler nach DIN EN 62053
Dabei legt die DIN EN 62053 die Anforderungen an elektrische Energiezähler fest, einschließlich derjenigen, die für das Standard-Last-Profil verwendet werden. Somit stellt diese Norm sicher, dass SLP-Zähler die erforderliche Genauigkeit und Leistungsfähigkeit aufweisen, um den tatsächlichen Verbrauch nach dem Standardlastprofil zu erfassen.
Anforderungen an Gaszähler nach DIN EN 1359
Demgegenüber gelten für Gaszähler die Anforderungen der DIN EN 1359, die Genauigkeits- und Leistungsanforderungen festlegt. Dadurch wird gewährleistet, dass Gaszähler, die für die Messung des Standard-Last-Profils verwendet werden, den erforderlichen Standards entsprechen und zuverlässige Messergebnisse liefern.
Unterschiede zwischen SLP und RLM
Die Unterschiede zwischen RLM (Registrierende Leistungsmessung) und SLP (Standard-Last-Profil) lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Zielgruppen
RLM-Kunden
Großverbraucher wie große Unternehmen, Industriebetriebe und große Solaranlagen.
SLP-Kunden
Kleinverbraucher wie private Haushalte und kleinere Betriebe.
Messverfahren
RLM (Registrierende Leistungsmessung)
Misst den tatsächlichen Verbrauch in kurzen Intervallen (15 Minuten bei Strom), übermittelt die Daten kontinuierlich und ermöglicht eine genaue Abrechnung basierend auf dem realen Verbrauch.
SLP (Standard-Last-Profil)
Basiert auf typisierten Verbrauchsprofilen und verwendet statistische Methoden zur Schätzung des Verbrauchs. Dabei erfolgt die Ablesung in der Regel einmal jährlich durch den Kunden.
RLM- und SLP-Messung mit A. Eberle Messtechnik: Beide Verfahren, sowohl die registrierende Leistungsmessung, wie auch die Messung des Standard-Last-Profils sind mit allen Modellen unserer mobilen wie auch festinstallierten Netzanalysatoren einfach und zuverlässig möglich. Zusätzlich haben Sie mit unseren Klasse-A-Messgeräten nach IEC 61000-4-30 die Möglichkeit zur Energieerfassung, Störschreibung und hochwertigen Analyse der Spannungsqualität, auch als Teil einer vollständigen Netzanalyse.
Abrechnung
RLM
Monatliche Abrechnung basierend auf genauen Verbrauchsdaten.
SLP
Dagegen basiert die Abrechnung auf geschätzten Werten und wird einmal jährlich angepasst.
Konkrete Unterschiede für den Kunden
Für RLM-Kunden
RLM-Kunden profitieren von einer präzisen und kontinuierlichen Erfassung ihres Energieverbrauchs. Dadurch wird Folgendes ermöglicht:
- Genauere Abrechnung: Monatliche Abrechnungen basieren auf tatsächlichen Verbrauchsdaten, was zu einer faireren und genaueren Kostenverteilung führt.
- Erkennung von Einsparpotenzialen: Durch die detaillierte Erfassung des Verbrauchs können Lastspitzen identifiziert und durch gezielte Maßnahmen reduziert werden, was zu Kosteneinsparungen führt.
- Netzstabilität: Die kontinuierliche Datenerfassung unterstützt die Netzbetreiber bei der Sicherstellung der Netzstabilität und der effizienten Planung des Energiebedarfs.
Für SLP-Kunden
SLP-Kunden erleben ein weniger komplexes und kostengünstigeres Messverfahren. Allerdings gibt es einige Nachteile:
- Ungenauere Abrechnung: Die monatlichen Abschläge basieren auf geschätzten Werten und werden erst nach der jährlichen Ablesung genau angepasst, was zu Nachzahlungen oder Rückerstattungen führen kann.
- Weniger Transparenz: Die fehlende kontinuierliche Datenerfassung bedeutet, dass SLP-Kunden weniger Einblick in ihren tatsächlichen Energieverbrauch haben, was das Erkennen von Einsparpotenzialen erschwert.
- Weniger Flexibilität: Die Abrechnung nach SLP-Profilen bietet weniger Möglichkeiten zur Optimierung und Anpassung des Verbrauchsverhaltens an tarifliche Besonderheiten.
Offizielle Definitionen
Die offizielle Definition des Standardlastprofils (SLP) laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie lautet:
"Standardlastprofile sind typisierte Verbrauchsprofile von Kunden, die von den Netzbetreibern anhand des tatsächlichen Verbrauchs von Kunden mit vergleichbaren Merkmalen ermittelt werden." (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
Die registrierende Leistungsmessung (RLM) wird oft wie folgt definiert:
"Registrierende Leistungsmessung (RLM) ist eine Messmethode, die den tatsächlichen Energieverbrauch in regelmäßigen Intervallen erfasst und kontinuierlich an den Netzbetreiber übermittelt." (Quelle: E.ON)
FAQ – Häufige Fragen
Was ist eine Lastgangmessung?
Eine Lastgangmessung erfasst den zeitlichen Verlauf des elektrischen Energieverbrauchs. Bei der registrierenden Leistungsmessung werden Leistungswerte in 15-Minuten-Intervallen aufgezeichnet und zu einem Lastprofil zusammengeführt.
Welche Werte werden bei einer Lastganganalyse ausgewertet?
Eine Lastganganalyse umfasst unter anderem Lastprofile, Spitzenlasten, Grundlasten und Lastverschiebungen. Darüber hinaus können Leistungsfaktoren und Abweichungen vom durchschnittlichen Verbrauch ausgewertet werden.
Worin unterscheiden sich RLM und SLP?
Die registrierende Leistungsmessung (RLM) erfasst tatsächliche Verbrauchswerte in kurzen Intervallen. Das Standardlastprofil (SLP) basiert dagegen auf typisierten Verbrauchsprofilen und statistischen Schätzwerten.
Welchen Nutzen hat eine Lastgangmessung für Unternehmen?
Unternehmen erhalten mehr Transparenz über ihren Energieverbrauch. Dadurch lassen sich Lastspitzen erkennen, Verbrauchsabweichungen nachvollziehen, Einsparpotenziale identifizieren und das Lastprofil gezielt optimieren.
Warum sind 15-Minuten-Werte bei der Strommessung wichtig?
Die Viertelstundenwerte zeigen, wie sich die abgenommene Leistung im Zeitverlauf verändert. Dadurch werden Lastspitzen, Grundlasten und zeitliche Verschiebungen im Verbrauch sichtbar.
Welche Geräte von A. Eberle eignen sich für Lastgangmessungen?
Lastgangmessungen können mit mobilen und fest installierten Power-Quality-Netzanalysatoren von A. Eberle durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise der fest installierte PQI-DE sowie die mobilen Geräte PQ-Box 150 und PQ-Box ONE.