Inhaltsverzeichnis
Was ist elektrischer Widerstand?
Elektrischer Widerstand gehört zu den grundlegendsten Größen der Elektrotechnik – und spielt zugleich eine zentrale Rolle im realen Stromnetz.
Alltagssprachlich:
Je größer der Widerstand, desto schwerer tut sich der Strom, durch einen Leiter oder ein Bauteil zu fließen.
Typische Fragen, die dahinter stehen:
- Warum fließt bei gleicher Spannung in einem Stromkreis mehr oder weniger Strom?
- Warum erwärmen sich Leitungen und Kontakte?
- Warum bricht die Spannung am Ende einer langen Leitung ab?
Das Thema Isolationswiderstand streifen wir hier nur kurz – eine detaillierte Betrachtung finden Sie in einem eigenen Beitrag.
Widerstand – Definition (Physik & Elektrotechnik)
Widerstand Definition Physik
In der Physik wird der elektrische Widerstand
definiert als Verhältnis von Spannung
zu Strom
:

Definition:
Der elektrische Widerstand
eines Bauteils ist der Quotient aus der anliegenden elektrischen Spannung
und dem durchfließenden Strom I.
- Formelzeichen Widerstand: R
- Spannung: U
- Strom:
I
Diese Definition ist die Grundlage für das Ohmsche Gesetz und beantwortet letztlich die Frage:
„Was bedeutet Widerstand im Stromkreis?“
Was ist ein Widerstand (als Bauteil)?
In der Elektronik und Elektrotechnik meint man mit Widerstand häufig das konkrete Bauteil:
- Ein Widerstand (engl. resistor) ist ein passives Bauelement mit einem definierten elektrischen Widerstandswert.
- Es wird eingesetzt, um Ströme zu begrenzen, Spannungen aufzuteilen, Signale anzupassen oder definierte Spannungsabfälle für Mess- und Regelzwecke zu erzeugen.
Typische Anwendungen:
- Vorwiderstand für LEDs
- Spannungsteiler zur Signalanpassung
- Messwiderstand (Shunt) zur Strommessung
- Pull-up-/Pull-down-Widerstände in digitalen Schaltungen
Einheit des elektrischen Widerstands
Maßeinheit Widerstand
Die Maßeinheit des elektrischen Widerstands ist das Ohm.
- Maßeinheit Widerstand: Ohm
- Einheitenzeichen: Ω
- Schreibweise: 1 Ω, 10 Ω, 4,7 kΩ, 1 MΩ …
Gebräuchliche Vielfache:
- kΩ (Kiloohm) = 1.000 Ω
- MΩ (Megaohm) = 1.000.000 Ω
Strom, Spannung, Widerstand – einfach erklärt (Ohmsches Gesetz)
Das Ohmsche Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Strom, Spannung und Widerstand:

Daraus folgen die gebräuchlichen Umstellungen:
- Widerstand berechnen durch
–
- Strom berechnen durch
–
- Spannung berechnen durch
Einfach erklärt:
- Erhöhen Sie bei konstantem Widerstand die Spannung, steigt der Strom.
- Erhöhen Sie bei konstanter Spannung den Widerstand, sinkt der Strom.
Beispiel:
- Gegeben:
,
- Gesucht: Widerstand

So lässt sich ein Widerstand im Stromkreis einfach aus gemessener Spannung und Strom berechnen.
Widerstand im Stromkreis – praktische Einordnung
Stromkreis mit Widerstand
Ein einfacher Stromkreis mit Widerstand besteht aus:
- einer Spannungsquelle (z. B. Netzteil, Batterie),
- einem Widerstand (als Verbraucher)
- und den Verbindungsleitungen.
In diesem Stromkreis:
- begrenzt der Widerstand den Strom,
- fällt am Widerstand die Spannung ab,
- wird im Widerstand elektrische Leistung in Wärme umgewandelt:

der Rückgriff auf Grundlagen des Widerstands und seiner Temperaturabhängigkeit (Verweis auf den Widerstands-Artikel).
Widerstand und reale Leitungen
In der realen Elektrotechnik sind nicht nur Bauteil-Widerstände relevant, sondern auch die Widerstände von:
- Leitungen (Kupfer, Aluminium)
- Kontakten, Klemmen, Schaltern
- Übergangsstellen (z. B. Steckverbindungen)
Konsequenzen:
- Spannungsfall auf langen Leitungen
- Verluste in Form von Wärme ( I²R-Verluste )
- Begrenzung von Kurzschlussströmen (Leitungs- und Netzimpedanzen)
Für Netzplaner:innen und Betriebsingenieur:innen ist der Widerstand im Stromkreis damit direkt relevant für:
- Dimensionierung von Leitungsquerschnitten
- Abschätzung von Spannungsqualität
- Auslegung und Selektivität von Schutzeinrichtungen
Netzimpedanz und Widerstände bewerten
Mobile Messlösungen zur Analyse von Spannungsfall, Kurzschlussleistung und Netzstabilität
Elektrischer Widerstand im Stromversorgungsnetz
In der elektrischen Energieversorgung taucht der Begriff Widerstand auf mehreren Ebenen auf.
Leitungswiderstand und Netzimpedanz
- Jede Leitung hat einen Widerstand, bestimmt durch Material, Länge und Querschnitt.
- In Wechselstromnetzen betrachtet man häufig die Impedanz (Kombination aus Widerstand und Blindanteil).
- Der Widerstand ist dabei der Wirkwiderstand (ohmscher Anteil) der Impedanz.
Auswirkungen:
- Größerer Leitungswiderstand → höherer Spannungsfall bei Last
- Größerer Leitungswiderstand → geringere Kurzschlussströme
- Die Netzimpedanz beeinflusst Netzqualität und Störfestigkeit (z. B. gegenüber Oberschwingungen).
Lastwiderstand
Jeder Verbraucher im Netz lässt sich im einfachsten Modell durch einen Lastwiderstand beschreiben:
- Hoher Lastwiderstand → kleiner Strom
- Niedriger Lastwiderstand → hoher Strom
Viele Netzsituationen können grob mit „Quelle – Leitung – Lastwiderstand“ modelliert werden. Dieses einfache Modell reicht oft schon, um:
- Spannungsabfälle
- Lastflüsse
- thermische Belastungen von Betriebsmitteln abzuschätzen.
Isolationswiderstand
Neben Leitungs- und Lastwiderständen spielt in Anlagen der Isolationswiderstand eine wichtige Rolle:
- Er beschreibt, wie gut aktive Leiter gegenüber Erde bzw. untereinander isoliert sind.
- Ein hoher Isolationswiderstand bedeutet geringe Leckströme und trägt zur Betriebssicherheit bei.
Widerstandsmessung im Überblick
Widerstand messen – klassische Widerstandsmessung
Für die Widerstandsmessung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
- Direkte Messung mit Multimeter/Ohmmeter
- Niedrige Prüfspannung
- Eignet sich für Bauteile, kurze Leitungen, Kontaktwiderstände
- Vierleitermessung (Kelvinmessung)
- Für sehr kleine Widerstände (z. B. Shunts, Sammelschienen)
- Separat geführte Strom- und Spannungskreise minimieren Messfehler durch Leitungs- und Kontaktwiderstände
Typische Anwendungen im Netz- und Anlagenbetrieb:
- Messung von Übergangswiderständen an Klemmen oder Verbindungen
- Prüfung von Erdungsanlagen (hier spricht man vom Erdungswiderstand – das Prinzip ist verwandt, aber anwendungsspezifisch).
Von der Bauteilmessung zur Netzbewertung
Klassische Ohmmeter eignen sich für Bauteile und kurze Leitungen. Für Netze und Anlagen sind dagegen durchgängige Spannungs- und Strommessungen erforderlich. Netzqualitäts- und Monitoringgeräte von A. Eberle erfassen kontinuierlich Betriebsspannungen, Ströme und weitere Kenngrößen und unterstützen so die Bewertung von Verlusten, Spannungsabfällen und kritischen Betriebszuständen.
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Isolationswiderstandsmessung
Die Messung des Isolationswiderstands unterscheidet sich von der normalen Widerstandsmessung vor allem durch:
- deutlich höhere Prüfspannungen
- Zielgrößen im MΩ- bis GΩ-Bereich
- sicherheitstechnische Anforderungen an Vorbereitung und Durchführung.
Mehr zur Theorie: Materialabhängigkeit des Widerstands
Für viele Planungs- und Berechnungsaufgaben ist die material- und geometrieabhängige Beschreibung wichtig:

mit
: spezifischer Widerstand des Materials
: Länge des Leiters
: Querschnittsfläche
Damit wird unmittelbar klar:
- Längere Leitung → größerer Widerstand
- Größerer Querschnitt → kleinerer Widerstand
- Materialwahl (z. B. Kupfer vs. Aluminium) beeinflusst den Widerstand direkt.
Für Ingenieur:innen in Elektrotechnik und Energieversorgung ist diese Beziehung zentral, um:
- Leitungsquerschnitte zu dimensionieren
- Spannungsfall und Verluste zu berechnen
- Erwärmung und thermische Grenzbelastung von Betriebsmitteln zu beurteilen.
Widerstand, Impedanz und andere Größen – Einordnung
Im praktischen Netzbetrieb arbeitet man selten nur mit „dem“ Widerstand. Entscheidend sind häufig:
- Widerstand (R) – Wirkanteil
- Reaktanz (X) – Blindanteil (z. B. Spulen, Kondensatoren)
- Impedanz (Z) – Kombination aus R und X
Trotzdem bleibt der elektrische Widerstand die Basisgröße:
- Er bestimmt die Wirkwirkungen (Verluste, Erwärmung)
- Er geht in jede Impedanzberechnung ein
- Er ist wesentlich für Kurzschlussstromberechnungen, Schutzkoordination und Netzanalysen.
Typische Fragen aus der Praxis (FAQ)
1. Was ist die genaue Widerstand-Definition in der Physik?
Der Widerstand ist der Quotient aus anliegender Spannung und fließendem Strom (R=U/I). Er beschreibt, wie stark ein Bauteil oder Leiter den Stromfluss behindert.
2. Was ist der Unterschied zwischen „Widerstand“ und „Widerstand in der Elektronik“?
• Widerstand als physikalische Größe: Eigenschaft jedes Leiters/Bauteils.
• Widerstand in der Elektronik: konkretes Bauteil (Resistor) mit definiertem Widerstandswert, das gezielt in Schaltungen eingesetzt wird
3. Wie messe ich einen Widerstand korrekt?
• Für „normale“ Widerstandswerte: mit einem Multimeter im Ohm-Bereich, Schaltung spannungsfrei.
• Für sehr kleine oder sehr große Widerstände: spezialisierte Verfahren (Vierleitertechnik, Brückenschaltungen, geeignete Messgeräte).
4. Welche Rolle spielt der Widerstand im Stromnetz konkret?
• Er bestimmt zusammen mit der Netzstruktur die Kurzschlussströme.
• Er beeinflusst Spannungsfall und Leitungsverluste.
• Er ist wichtig bei der Fehleranalyse (z. B. erhöhte Übergangswiderstände, erwärmte Kontakte).
5. Wo ordnet sich der Isolationswiderstand ein?
Der Isolationswiderstand beschreibt die Widerstandswerte der Isolierung zwischen aktiven Teilen und Erde bzw. zwischen Leitern. Er ist ein Maß für die Isolationsgüte und wird vorrangig im Rahmen von Prüfungen und Diagnosen betrachtet.
„Isolationswiderstand in elektrischen Netzen“.
Fazit
Der elektrische Widerstand ist eine zentrale Größe der Elektrotechnik und Energietechnik:
- Er verbindet Spannung und Strom über das Ohmsche Gesetz.
- Er beschreibt das Verhalten von Bauteilen, Leitungen und Kontakten – von der Elektronik bis zum Hochspannungsnetz.
- Er ist Schlüsselgröße für Netzberechnung, Schutztechnik, Verlustbetrachtungen und die Beurteilung realer Netzzustände.
Themen wie Isolationswiderstand und dessen Messung bauen auf diesem Grundverständnis auf und werden in einem eigenen, vertiefenden Beitrag eingeordnet.
Wenn Sie dieses Thema im Kontext Ihrer konkreten Netzsituation – etwa bei Kurzschlussstromberechnungen, Spannungsfallanalysen oder der Bewertung von Leitungsverlusten – weiter vertiefen möchten, unterstützen wir Sie gerne dabei, die passende Vorgehensweise und Messtechnik abzuleiten.
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